am 7.2. Kunst in St. Stephan mit Christian Hörl

Der vielfach ausgezeichnete Bildhauer und Konzept-Künstler Christian Hörl aus Ruderatshofen ( christianhoerl.com) wird am Sonntag, 7.2.2021 um 18.30 Uhr eines seiner Werke zu einem ABENDGOTTESDIENST MIT KUNST mitbringen. Es soll Anlass für tiefer gehende Gedanken und Gespräche sein.

Der Kunstbeauftragte der Landeskirche Schwaben Jean-Pierre Barraud wird mit dem Künstler ins Gespräch gehen und auch die Fragen der Gemeinde einbeziehen.

Den Gottesdienst hält Pfarrer Eberhard Heuss.

Es wird gebeten, FFP2-Masken zu tragen.

Neues Jahr und weiter im Verein!

Das neue Jahr ist bald einen Monat alt. Die Vereinsarbeit läuft ungebrochen weiter und, weil saisonbedingt keine aktuelle Ausstellung zu betreuen ist, geht alles fleißig im “home office” voran.

Hier sind zum einen die rein Vereins-internen Tätigkeiten, wie die Organisation und Betreuung von Schriftverkehr und Finanzen, die Informationen der Mitglieder und Aktualisierung der Daten. An dieser Stelle möchten wir Sie daran erinnern, dass Anfang Februar wieder der Jahresmitgliedsbeitrag (unverändert 25,00 €) eingezogen werden wird. Vielen herzlichen Dank hierfür und für Ihre treue Mitgliedschaft. Mit diesem Beitrag unterstützen Sie die Vereinsarbeit und einen Teil der Organisation und Durchführung der Jahresausstellung. Einen weiteren Teil übernehmen externe Unterstützer, wie beispielsweise die Kirchengemeinde St. Stephan, die uns schon seit einigen Jahren, seit der Schließung des Stadtmuseums, ihren schönen großen Kirchenraum für die Sommerausstellung zur Verfügung stellt. Vielen herzlichen Dank auch dafür. Was die anfallenden Kosten dieser Ausstellung anbelangt, wird in diesem Jahr auch ein großer Betrag von der ausstellenden Künstlerin selbst eingebracht, die Sponsoren für ihr Projekt gewinnen konnte.

Damit sind wir beim zweiten Teil der aktuellen Aktivitäten: die Organisation der diesjährigen Ausstellung und der ständige Kontakt und Austausch mit der Künstlerin. Im Sommer 2021 wird dies die renommierte und vielfach ausgezeichnete Angelika Flaig sein ( http://Angelika-flaig.de ). Sie wird ihre großartige Lithographie-Serie zu Hiob in Lindau zeigen. Da das Material und Format dieser Lithografien allerdings zur Ausstellung in der Kirche nicht geeignet wäre, wird sie ihre Arbeiten auf große Leinwand-Banner drucken lassen. Diese werden dann, genauso wie die großen Leinwände der vergangenen Jahre, hoch oben im Kirchenschiff zwischen die Pfeiler gehängt werden können. Das macht sie dann auch auf die Ferne gut sichtbar. Das Besondere in diesem Jahr wird auch sein, dass diese Arbeiten Schwarz-Weiß sind und somit eine ganz neue, andere Wirkung haben werden als die bisher gezeigten Arbeiten. Wir freuen uns schon sehr auf diese neue Raumerfahrung. Angelika Flaig wird die großformatigen Drucke mit begleitender Information versehen, vermutlich sogar einem Informationsheft. Das ermöglicht allen Interessierten, auch in Zeiten ohne Führungen oder Gruppen-Erklärungen, im Eigenstudium die Ansicht und Inhalte dieser Hiob-Serie zu erfahren.

Freuen Sie sich mit uns auf die diesjährige Sommerausstellung “ANGELIKA FLAIG: HIOB” von Mai bis Oktober 2021.

Gute Wünsche

Das seltsame Pandemie-Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Hoffentlich ging es einigermaßen erträglich vorüber. Für den verbleibenden Rest des Rückzugs in die eigenen vier Wände wünschen wir Ihnen schöne und besinnliche Feiertage in den Familien.

Für das Neue Jahr, von dem wir alle hoffen, dass es ein besseres wird, wünschen wir Ihnen in erster Linie natürlich Gesundheit, aber auch schöne, kreative Momente, gerne mit Kunst und Musik, die hoffentlich wieder mehr in den Fokus gerückt und bald wieder life erlebbar werden. Ein Kunsterlebnis, für das wir Kunstfreunde verantwortlich zeichnen, können wir Ihnen bereits jetzt schon versprechen: die große Kunstausstellung im Sommer 2020 in St. Stephan mit den großformatigen Arbeiten der Künstlerin Angelika Flaig.

Frohe Weihnachten und ein gesundes Neues Jahr!

Vereinsarbeit geht trotzdem weiter

Trotz der Einschränkungen und Hindernisse wegen der Corona-Pandemie und ihren Auswirkungen geht die Vereinsarbeit im “home office” mit Elan weiter.

Viele Vereinsmitglieder haben virtuell, d.h. per mail auf das Anschreiben über die Virtuelle Jahreshauptversammlung geantwortet. Dabei kam eine satte Zustimmungs-Mehrheit zur Entlastung des Vorstands zusammen. Damit ist der Haushalt 2019 und die Vereinsarbeit des Vorstands für das vergangene Jahr genehmigt und alles abgeschlossen.

Der Vorstand bedankt sich bei den Vereinsmitgliedern für die Zusammenarbeit und Unterstützung auch unter diesen erschwerten Bedingungen.

Die Planungen für 2020 laufen im Hintergrund ungebrochen weiter. Die Vorarbeiten für die nächste Ausstellung sind in vollem Gange. Wir werden im kommenden Jahr die Künstlerin Angelika Flaig mit großformatigen Schwarz-Weiss-Arbeiten in St. Stephan präsentieren. Das wird eine spannende Ausstellung mit einer ganz neuen Wirkung werden.

Bleiben Sie neugierig!

dies ist eine Fotomontage der möglichen Präsentation…

Virtuelle Jahreshauptversammlung

Da es ja bis auf weiteres leider nicht möglich ist, eine Jahreshauptversammlung mit Anwesenheit durchzuführen, werden wir dies im Jahr 2020 „virtuell“ tun, d.h. per mail und Rückantwort. Ohne direkte Interaktion, muss dann die Zustimmung zu Abstimmungspunkten wie der Entlastung des Vorstands nach Bekanntgabe der Rechenschaftsablage per mail abgegeben werden.

In einem Anschreiben an die Vereins-Mitglieder vom 7.10. hatten wir bereits die Tagesordnungspunkte bekannt gegeben. Es wurden keine weiteren Besprechungspunkte vorgeschlagen oder angemeldet. 

Im Folgenden erhalten Sie hier alle weiteren Informationen, die Sie sonst in einer “normalen” Jahreshauptversammlung bekommen würden. Es besteht natürlich immer die Möglichkeit, Hinweise und Fragen an den Vorstand zu richten oder Unterlagen einzusehen. 

Hier folgt der Text des “Protokolls der JHV 2020”:

VIRTUELLE JAHRESHAUPTVERSAMMLUNG DER KUNSTFREUNDE LINDAU E.V.

Zu Tagesordnungspunkt 1: Rechenschaftsbericht über den Haushalt 2019

Für das Kalender- und Rechnungsjahr 2019 ergaben sich folgende Kontobewegungen:

Übertrag und Rücklage aus dem Vorjahr am 1.1.2019 €  1.758,92

Ausgaben (für die Ausstellung 2019 und laufende Kosten) €     876,27

(reine Ausstellungskosten beliefen sich nur auf € 524,82, wegen Spenden 

und unterstützendem Sponsoring durch die Kirchengemeinde St. Stephan)

Einnahmen (aus 39 Mitgliedsbeiträgen und Spenden) €  1.290,00

dies ergab über das Geschäftsjahr ein Plus von €     413,73

und eine erwirtschaftete Rücklage für 2020 von €  2.172,85

Alle Beträge wurden ordnungsgemäß von der Kassenprüferin Frau Hardt geprüft und für richtig gerechnet und exakt geführt erklärt.

Wir bitten (in einer Antwort per extra-mail) den Vorstand für seine Arbeit und die Haushaltsführung 2020 zu entlasten.

Zu Tagesordnungspunkt 2: Informationen über die Ausstellung 2020 und die weitere Planung 

Im Jahre 2019 haben wir wieder eine große Sommerausstellung durchgeführt. Im Hauptschiff und teilweise in den Seitengängen von St. Stephan wurden 3 Monate lang (nämlich vom 1.6. bis zum 8.9.2019) die großformatigen Porträt-Arbeiten der Künstlerin Brigitta Loch gezeigt. Es war uns durch eine neue Art der Präsentation und Aufhängung (gesponsert von der Kirchengemeinde) gelungen, die Bilder zwischen den Pfeilern des Kirchenschiffs in festen Metallseilen so hoch zu hängen, dass sie den Händen der Betrachter enthoben waren und deshalb (anders als im Vorjahr) keine zusätzlich anwesenden Aufsichten benötigten. Natürlich hatten die Bilder in dieser Überkopf-Höhe auch eine besonders gute Fernwirkung und konnten von jedem Standpunkt in der Kirche gesehen werden. Dies zudem auch, weil doppelt gehängt wurde, d.h. die Rückseiten ebenfalls mit den großen Porträts bestückt worden waren. Die 14 eindrucksvollen Arbeiten regten zu vielen, auch durchaus kontroversen Gesprächen an. Mit der Kirchengemeinde wurde vereinbart, diese fest installierte Art der Aufhängung auch zukünftig zu nutzen. Bereits in der Folgeausstellung 2020 konnte sie dann bei den großen quadratischen Bildern der Malerin Ulrike Donié wieder auf gleiche und bewährte Weise eingesetzt werden.

Da die Künstlerin Brigitta Loch 2019 einen Teil der Druckkosten für die Informations-Flyer und die Plakate selbst übernahm und sowohl externe Spenden, als auch ein erheblicher Beitrag der Kirchengemeinde in das Projekt einflossen, blieben die Ausstellungskosten insgesamt so erfreulich niedrig, wie in der Rechenschaftsablage aufgeführt.

Wir stellten bei der weiteren Planung fest, dass wir seit nunmehr vier Jahren immer Künstlerinnen ausgestellt haben (Tessa Knapp und Elke Meier 2017, Birgit Feil 2018, Brigitta Loch 2019, Ulrike Donié 2020). Das mag anfangs noch Zufall gewesen sein, wurde uns dann aber schnell zum Prinzip und deshalb wollen wir das auch für 2021 beibehalten. Wir konnten für nächstes Jahr die renommierte Künstlerin Angelika Flaig (Berlin und Stuttgart) für eine Ausstellung gewinnen. Sie wird großformatige Schwarz-Weiss-Arbeiten zum Thema „Hiob“ zeigen. Wir freuen uns und sind gespannt darauf.

Zu Tagesordnungspunkt 3: Allgemeines

Da unter den gegebenen, ungünstigen (Pandemie-) Bedingungen Vereinsarbeit mit Kontakten und gemeinsamen Aktivitäten der Mitglieder nicht möglich ist, werden wir angestrebte Veränderungen wie die Suche nach einem neuen Vorstand oder die Vereinsauflösung vorerst nicht weiter verfolgen, sondern zunächst alles bis nächstes Jahr unverändert beim Alten belassen. Alle Vorstandsmitglieder bleiben, wie im vergangenen Jahr gewählt bzw. im Amt bestätigt, auf vielfache Bitten weiterhin in ihren Ämtern. Das sind die Vorsitzenden Uta Weik-Hamann und Dr. Andrea Krogmann-Zipse, die Kassenführerin Monika Lang und der Schriftführer Felix Rundel. Auch die Kassenprüferin Hedy Hardt wird ihre Arbeit weiter führen. Allen herzlichen Dank, dass sie sich weiterhin ehrenamtlich und unentgeltlich für unseren Verein einsetzen.

Vom Finanzamt, dem ja in regelmäßigem Turnus eine Steuererklärung mit jährlichen Haushaltsabrechnungen vorzulegen ist, wurde aktuell nun wieder die Gemeinnützigkeit unseres Vereins betätigt, der durch seine regelmäßige Ausstellungstätigkeit ohne wirtschaftliche Interessen ausschließlich zum Zwecke der Kulturarbeit handelt. Deshalb können wir auch weiterhin durch Spenden unterstützt werden und Spendenquittungen ausstellen.

So weit die Informationen nach den Tagesordnungspunkten dieser virtuellen Jahreshauptversammlung 2020.

Wir bitten nun alle Mitglieder, in einer eigenen Antwort-mail ihre Zustimmung zur Entlastung des Vorstands aufgrund des Rechenschaftsberichts zu erteilen.

Vielen Dank!

Wir wünschen Ihnen allen ein gutes Jahresende und alles Gute für 2021 und danken für Ihre Unterstützung.

Bleiben Sie gesund!

Mit freundlichen Grüßen

für den Vorstand:  Uta Weik-Hamann und Dr. Andrea Krogmann-Zipse

Abbau der Ausstellung

am Sonntag Abend, 11.10.20, wurde die diesjährige Ausstellung mit vereinten Kräften wieder abgebaut und die Bilder im Transportfahrzeug verstaut.

Danke nochmals an die Künstlerin Ulrike Donié, dass sie uns ihre Arbeiten zur Verfügung gestellt hatte und wir diese schöne Ausstellung in St. Stephan ausrichten konnten.

Gesichertes Abhängen…
versiertes Verpacken
gemeinschaftliches Verladen

Der Kunstgottesdienst am 11.10. als Finissage

Zum letzten Mal im Jahr 2020 und zum Abschluss der Ausstellung von Ulrike Donié fand am Sonntag-Abend, 11.10. ein Kunstgottesdienst statt. Noch einmal gaben Ulrike Doniés großformatige Bilder Anlass für Nachdenken und Gedankenaustausch zum Thema Schöpfung.

Die Künstlerin Ulrike Donié und Kuratorin Uta Weik-Hamann von den Kunstfreunden Lindau im Gespräch über Aspekte der Bilder und Fragen der Besucher

Dazu verfasste Tilmann Wolf (Galerie Peregrinus und Kirchenvorstand) diesen Text:

Im Zentrum des gut besuchten Gottesdienstes am Sonntag 11. Oktober 2020 stand das Gespräch mit der Künstlerin Urlike Donié, aus deren Hand die großformatigen Bilder zum Thema „Schöpfung“ stammen, die in der Kirche St. Stephan in Lindau 5 Monte zu sehen waren.

Angestoßen durch die Fragen der Gottesdienstbesucher entfaltete Ulrike Donié folgende Gedanken und Aspekte zu ihrem Schaffen: Aus der Aktmalerei einerseits und dem Umgang mit Farbflächen andererseits entwickelte sich die gezeigte Malerei in Acryl auf Nessel mit organischen Strukturen und expressiver Farbigkeit. Der Malprozess selbst hat dabei kein Ziel inhaltlicher oder formaler Art. Die Korrespondenz der Bildelemente, deren Spannung und deren Verbindungen werden gestalterisch in dichte und eher ruhige Zonen so ausbalanciert, dass der Betrachter mit dem Blick das Bild vom Zentrum zu den Rändern oder auch umgekehrt durchwandert.

Ihre Formensprache nimmt Impulse auf aus archetypischen Bildmustern, die jeder Mensch in sich trägt (C.G. Jung), und aus Erkenntnissen der modernen Hirnforschung. Ebenso verarbeitet sie unterschiedliche Weltanschauungen im Spannungsverhältnis zwischen den von Zielen geprägten Erklärungsmustern der Religion(en) und dem mehr zufallsorientierten Erklärungsmuster der modernen Wissenschaft. So begegnen sich Wissen und Glauben gemeinsam mit Nicht-Wissen und Zweifel. Das erzeugt Demut vor dem Unbegreifbaren und regt an, darüber nachzudenken. In diesem Sinne kann man die einzelnen Bilder als einen mikroskopischen Blick auf Entstehungsprozesse des Lebens lesen und deren Gesamtheit als Andeutung der überwältigenden Vielfalt, die physikalische Kräfte und biologischen Prozesse als Werkzeuge in Gottes Hand hervorgebracht haben.

„Da bildete Gott der Herr den Menschen aus dem Staub der Erde und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. …“ Aus diesem Wort aus dem Schöpfungsbericht der Bibel griff Pfr. Eberhard Heuss zuerst den Staub auf, der ihm als Kind in Gestalt des Sands im Sandkasten als lebloses Material für seine lebendige Phantasie und deren Umsetzung in leblose Bauwerke diente. Der Odem, der mehr ist als Atem, blieb den Bauwerken vorenthalten. Odem – so Heuss – steht nicht nur für das biologische Leben, es steht insbesondere auch für Seele, Geist, Gefühl und Begeisterung. Und Odem steht auch für die Schöpferkraft, die den Motor der Gefühle, der Gedanken und des Bildervorrats der Archetypischen Seelenbilder braucht. Und Odem steht für die Schöpferkraft, die von Freude, Leid und anderen Lebenserfahrungen entfacht wird. Diese Schöpferkraft spricht Joseph Beuys an, wenn er sagt: „Jeder Mensch ist ein Künstler“ Und dieselbe bewirkt, dass uns z.B. ein Bild von Dürer auch 500 Jahre nach dessen Entstehen berührt. Gotte schenkt uns den Odem, der uns täglich neu Gestaltungskraft und Verantwortungsfähigkeit gibt und den Odem, der auch in der Ausstellung spürbar wurde.

Ausstellungs-Ende am 11.10.

Das Ende unserer diesjährigen Ausstellung ist in Sicht: am kommenden Sonntag, 11. Oktober endet nach dem letzten Kunstgottesdienst (Beginn 18.30 Uhr) die Ausstellung “Schöpfung” von Ulrike Donié.

Ein letztes Mal wird in den Bildern und über die Bilder meditiert und diskutiert und passend gepredigt und gebetet. Dieses Mal gibt es sogar eine gesungene musikalische Begleitung. Kantor Pflomm wird zum ersten Mal eine Chor-Gruppe in die umrahmende Musik mit einbeziehen.

Nach dem Kunstgottesdienst beginnt dann der Abbau der großformatigen Malereien. Alle helfenden Hände sind herzlich willkommen.

Bildbetrachtung am 13.9.

Im Kunstgottesdienst vom 13. September stand Ulrike Doniés Triptychon im nördlichen Seitenschiff im Zentrum der Betrachtungen und Gespräche.

Triptychon – ein Altarbild?

Auch in dieser Arbeit von Ulrike Donié ist die „Ursuppe“, wie es ein Betrachter zu Beginn formulierte, präsent. Wolkig–neblige,  unkonturierte Flächen im Zentrumsbereich der drei Teile des Triptychons, dort, wo Künstler vergangener Epochen und auch heute eigentlich das Wichtigste der Bildaussage platzieren. Der menschliche Drang nach Erkenntnis bleibt im ersten Moment der Betrachtung, der sich automatisch dem Zentrum zuwendet, unbefriedigt. Ist unser Zugang zum Thema Schöpfung und Weltentstehung vernebelt? Die Bibel gibt uns eine Erzählung, die ebenso viele Fragen offen lässt – und Physiker würden über deren Bild der „ersten Stunden“ kaum anderes sagen. 

Ulrike Donié bezeichnete beim Aufbau der Ausstellung dieses (3-teilige) Bild als das am meisten religiöse der Serie. Das lenkte das Gespräch der Gottesdienst-Besucher auf die Kreuzformen in den Bildern und die dominanten Farben Violett, Grün, Rot und damit auch auf die Symbolik kirchlicher Farben. Violett steht für Besinnung, Buße, Veränderung und Grün für das Leben, Rot für die Liebe wie auch das Leiden. Etliche Kreuze ergeben sich aus der Überlagerung der zylindrisch-langen grünen und violetten Körper. Im mittleren Bild (mittig oben) könnte ein Arm mit der Hand an einem dieser „Balken“ fixiert sein. Der Rest verschwindet im Nebel. Die Kreuze sind alle leer.
Das Triptychon erzeugt den Eindruck als würde man durch ein Fenster schauen. Das Bild ist begrenzt und zerteilt durch die Rahmen, die das Glas halten. Ist der sichtbare Teil der eher zufällige Ausschnitt aus einer viel größeren Wirklichkeit? Ist es notwendig Wirklichkeit über die Ränder des Sichtbaren hinaus zu denken. Unser Bild ist immer begrenzt, unsere Wahrnehmung unvollständig … Hoffnung und Vertrauen sind unabdingbar, will man sich dem „Größeren“ zuwenden.

Wenn die Kreuze leer sind, wurde aus Karfreitag Ostern – das zentrale Fest der Christenheit, das uns die Tür öffnet über die Grenzen unserer kleinen Welt hinaus zu denken, zu glauben und Gottes Wirken immer wieder neu zu erwarten.

(Mitschrift der im Gottesdienst geäußerten Gedanken von Tilmann Wolf).

Ulrike Doniés Bilder im Gespräch

Im Kunstgottesdienst am 9.8.2020 in St. Stephan standen wieder Ulrike Doniés Bilder im Fokus der Gedanken. Pfarrer Bovenschen setzte die Auseinandersetzung unter die Überschrift ” CHAOS, GEGENSÄTZE UND BUNTES LEBEN” (mit-notiert von Tilmann Wolf):

Am Anfang war die Erde ein „Tohuwabohu“, öde und in einem chaotischen Zustand, aber der Geist Gottes schwebte über ihr. Diese „Mischung“ aus Chaos und einem schöpferischen Geist oder einem gestaltenden Wort schafft Leben, wie der Schöpfungsbericht fortfährt. Das Wort „es werde Licht“ trägt vermutlich eine mehrfache Botschaft: Licht ist „erhellend“. Das Licht der Sonne strukturiert die Zeit in Tage. Licht ermöglicht es, Ordnung zu schaffen, auch weil das Chaos sichtbar wird. Im Gespräch der Gottesdienst- Besucher hierzu wurde besonders ein Bild mit drei orangefarbenen „Dingern“ vor dunklem Hintergrund herangezogen: Erste Lebensformen? Erste Worte, Worte, die Ordnung in Gedanken, in der Weltwahrnehmung schaffen können und Worte, die nicht auf Anhieb verständlich sind … vielleicht erst im sich wandelenden Kontext einen Sinn bekommen – wer kennt das nicht? „Das Wort ward Fleisch“ (Joh 1:14) kommt später hinzu … 

Aus dem Chaos das Leben: Das schöpferische Wort gebiert das Leben – eine ordnende Kraft formt Pflanzen und Tiere – und alles Leben schöpft seine Kraft aus der Spannung der Gegensätze: Licht und Finsternis, Feste und Wasser, Himmel und Erde, Mann und Frau, Leben und Tod … geistig, geistlich, biologisch und physikalisch erzeugen Spannungen Bewegung und ohne Bewegung kein Leben. Spannungen sind Potential und oft auch Bedrohung. Darum ruft Leben nach Versöhnung: Versöhnung der Pole, der Gegensätze, der Spannungen, ohne die keine Saite schwingt, keine Geige klingt und keine Flöte den Raum mit Klang erfüllt, so wie Claudia Ferber mit Querflöte und Gertrud Fersch mit Klarinette den Kirchenraum zum wunderbaren Klangraum werden ließen. 

Gelingt die „Versöhnung“ das Umformen der Spannung in harmonische Schwingungen wird bunte Vielfalt zu unermesslichem Reichtum. „Nun danket alle Gott“ als Abschlusslied preist dieses überreiche Geschenk. 

(So weit die Notizen aus dem Kunstgottesdienst von Tilmann Wolf, Galerist in Scheidegg und Mitglied des Kirchenvorstands).