Fassadenbanner hängen

Seit Dienstag, 27.4., hängen nun die Fassadenbanner, die auf die diesjährigen Aktivitäten in St. Stephan hinweisen: zum einen die musikalischen Veranstaltungen auf der großartigen Orgel von St. Stephan, organisiert von Dekanatskantor Pflomm, zum anderen die Ankündigung der Ausstellung von ANGELIKA FLAIG, die von 30.5. bis 10.10.2021 Arbeiten ihrer Serie HIOB zeigt.

Ausstellungs-Vorbereitungen

Im Hintergrund laufen die Ausstellung-Vorbereitungen auf Hochtouren, auch wenn noch nirgends öffentlich etwas zu merken ist. Momentan werden der Ausstellung-Katalog und die Informations-Drucksachen hergestellt. Ab Anfang Mai werden dann bereits die großen Arbeiten von ANGELIKA FLAIG in St. Stephan aufgehängt, obwohl die eigentliche Ausstellung erst Ende Mai beginnt (30.5. – 10.10.21). Das liegt daran, dass im Ausstellungskatalog die Bilder in der originalen Hängesituation gezeigt werden sollen. Wir werden also schon einige Wochen früher die eindrucksvollen Bilder von ANGELIKA FLAIG aus ihrer Serie HIOB zu sehen bekommen. Freuen Sie sich schon darauf und merken Sie sich den Vernissage-Termin vor: Samstag, 29.5. um 17 Uhr!

Christian Hörl in St. Stephan am 7.2.

Video-Stills aus der Arbeit “Radio Maria” von Christian Hörl

Die Video-Skizze einer frühmorgendlichen Autofahrt über den Brenner wird zu einem Symbolbild zu Mariä Lichtmess.

Was hat das denn nun mit einem evangelischen Gottesdienst im frühen Dunkel das ersten Februar- Sonntags 2021 zu tun? Eigentlich sehr wenig – und doch ist auch diese in der katholischen Kirche zum Festtag erhobenen Geschichte Teil der biblischen Verkündigung, die alle christlichen Kirchen und Gemeinden als Teil ihrer überlieferten geistlichen Grundlage betrachten.

Simeon – ein Greis erlebt die Erfüllung einer Glaubens-Zusage, die ihm lange zuvor zuteil wurde, nämlich dass er den Messias, auf den Jesaja hinweist, noch zu seinen Lebzeiten sehen wird. Und er hält den Säugling Jesus in seinen Armen und begreift, dass dies der verheißene Retter, der Messias und Christus ist. Er lobt Gott und weissagt Jesu Eltern, im besonderen seiner Mutter Maria, die an dem Tag einen Ritus der Reinigung nach dem mosaischen Gesetz im Tempel empfängt, wer Jesus für Israel und die Welt sein wird. Dies ohne den Schmerz, der mit dem Tod am Kreuz verbunden ist, unerwähnt zu lassen. Der Greis Simeon bezeichnete Jesus als das „Licht zur Erleuchtung der Heiden“

Lichterprozession und Kerzenweihe wurden später kirchliche Tradition. Und das fand in diesem Kunst-Gottesdienst einen Widerschein auf gänzlich andere Weise:

Das 9-Minuten Video hat zunächst so gar nichts mit den heiligen Momenten der biblischen Überlieferung zu tun. Christian Hörl ist früh morgens unterwegs zur Biennale in Venedig und hat die Bordkamera, die eher mäßig gute Bilder liefert, nach vorne gerichtet. Im Radio läuft ein italienischer Sender, in dem litaneiartiger Gesang zu Ehren Marias zu hören ist (laut gebeteter Rosenkranz). Er hat den Brenner erreicht und fährt bald auf der italienischen Seite hinab. Das trübe Dämmerlicht wechselt auf der Südseite zur aufgehenden Sonne, die genau dann voll hereinbricht, als die Schranke der Mautstation öffnet und der Lobgesang im Radio auf einen jubelnden Höhepunkt zusteuert: „Ave Maria!“ – gegrüßet seist Du Maria – “Halleluja!”

Weder inszeniert noch planbar war dieses Zusammentreffen von Licht-Ereignissen in Christian Hörls Werk „Radio Maria“. Die Fotos (video stills), die im Gottesdienst von der Leinwand gemacht wurden, verstärkt durch die Altarkerze, die jeweils im Vordergrund steht, zeigen die Hinführung zum Licht-Höhepunkt am Ende. So berührend können „zufällige“ Ereignisse sein.

An Worten war dem wenig hinzuzufügen – das Licht war bei den über 20 Corona- maskierten Gottesdienstbesuchern angekommen. Jesus Christus vor seiner öffentlichen Wirkungszeit im Arm des glückseligen Simeon und im Herzen der Menschen in der Lindauer Kirche St. Stephan.

(Text von Tilmann Wolf, Scheidegg)

am 7.2. Kunst in St. Stephan mit Christian Hörl

Der vielfach ausgezeichnete Bildhauer und Konzept-Künstler Christian Hörl aus Ruderatshofen ( christianhoerl.com) wird am Sonntag, 7.2.2021 um 18.30 Uhr eines seiner Werke zu einem ABENDGOTTESDIENST MIT KUNST mitbringen. Es soll Anlass für tiefer gehende Gedanken und Gespräche sein.

Der Kunstbeauftragte der Landeskirche Schwaben Jean-Pierre Barraud wird mit dem Künstler ins Gespräch gehen und auch die Fragen der Gemeinde einbeziehen.

Den Gottesdienst hält Pfarrer Eberhard Heuss.

Es wird gebeten, FFP2-Masken zu tragen.

Neues Jahr und weiter im Verein!

Das neue Jahr ist bald einen Monat alt. Die Vereinsarbeit läuft ungebrochen weiter und, weil saisonbedingt keine aktuelle Ausstellung zu betreuen ist, geht alles fleißig im “home office” voran.

Hier sind zum einen die rein Vereins-internen Tätigkeiten, wie die Organisation und Betreuung von Schriftverkehr und Finanzen, die Informationen der Mitglieder und Aktualisierung der Daten. An dieser Stelle möchten wir Sie daran erinnern, dass Anfang Februar wieder der Jahresmitgliedsbeitrag (unverändert 25,00 €) eingezogen werden wird. Vielen herzlichen Dank hierfür und für Ihre treue Mitgliedschaft. Mit diesem Beitrag unterstützen Sie die Vereinsarbeit und einen Teil der Organisation und Durchführung der Jahresausstellung. Einen weiteren Teil übernehmen externe Unterstützer, wie beispielsweise die Kirchengemeinde St. Stephan, die uns schon seit einigen Jahren, seit der Schließung des Stadtmuseums, ihren schönen großen Kirchenraum für die Sommerausstellung zur Verfügung stellt. Vielen herzlichen Dank auch dafür. Was die anfallenden Kosten dieser Ausstellung anbelangt, wird in diesem Jahr auch ein großer Betrag von der ausstellenden Künstlerin selbst eingebracht, die Sponsoren für ihr Projekt gewinnen konnte.

Damit sind wir beim zweiten Teil der aktuellen Aktivitäten: die Organisation der diesjährigen Ausstellung und der ständige Kontakt und Austausch mit der Künstlerin. Im Sommer 2021 wird dies die renommierte und vielfach ausgezeichnete Angelika Flaig sein ( http://Angelika-flaig.de ). Sie wird ihre großartige Lithographie-Serie zu Hiob in Lindau zeigen. Da das Material und Format dieser Lithografien allerdings zur Ausstellung in der Kirche nicht geeignet wäre, wird sie ihre Arbeiten auf große Leinwand-Banner drucken lassen. Diese werden dann, genauso wie die großen Leinwände der vergangenen Jahre, hoch oben im Kirchenschiff zwischen die Pfeiler gehängt werden können. Das macht sie dann auch auf die Ferne gut sichtbar. Das Besondere in diesem Jahr wird auch sein, dass diese Arbeiten Schwarz-Weiß sind und somit eine ganz neue, andere Wirkung haben werden als die bisher gezeigten Arbeiten. Wir freuen uns schon sehr auf diese neue Raumerfahrung. Angelika Flaig wird die großformatigen Drucke mit begleitender Information versehen, vermutlich sogar einem Informationsheft. Das ermöglicht allen Interessierten, auch in Zeiten ohne Führungen oder Gruppen-Erklärungen, im Eigenstudium die Ansicht und Inhalte dieser Hiob-Serie zu erfahren.

Freuen Sie sich mit uns auf die diesjährige Sommerausstellung “ANGELIKA FLAIG: HIOB” von Mai bis Oktober 2021.

Ausstellungs-Ende am 11.10.

Das Ende unserer diesjährigen Ausstellung ist in Sicht: am kommenden Sonntag, 11. Oktober endet nach dem letzten Kunstgottesdienst (Beginn 18.30 Uhr) die Ausstellung “Schöpfung” von Ulrike Donié.

Ein letztes Mal wird in den Bildern und über die Bilder meditiert und diskutiert und passend gepredigt und gebetet. Dieses Mal gibt es sogar eine gesungene musikalische Begleitung. Kantor Pflomm wird zum ersten Mal eine Chor-Gruppe in die umrahmende Musik mit einbeziehen.

Nach dem Kunstgottesdienst beginnt dann der Abbau der großformatigen Malereien. Alle helfenden Hände sind herzlich willkommen.

12.7.2020

Im Kunstgottesdienst am 12.7. um 18.30 in St. Stephan stand ein weiteres von Ulrike Donié Bildern im Mittelpunkt der Gedanken und Gespräche der zahlreichen Gottesdienst-Teilnehmer.

Die Eindrücke aus diesem 2. Kunst-Gottesdienst fasste der Galerist Tilmann Wolf, Mitglied des Kirchenvorstands von St. Stephan – Christuskirche und im Team für die Kunstgottesdienste, so zusammen:

MITTENDRIN EIN STÜCKCHEN HIMMEL

“Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis lag auf der Tiefe” (1.Mose 1) – so beginnt die Bibel. Das Bild, das für den Kunstgottesdienst am 12.7.20 aus dem Schöpfungszyklus der Malerin Ulrike Donié ausgewählt war, zeigt einen späteren Zeitpunkt. Hier verschmelzen der Biblische Bericht und das, was uns Physiker und Archäologen aus der frühesten Frühzeit vortragen.

“Ich sehe mittendrin ein Stückchen Himmel,” sagte eine Besucherin als ersten Beitrag zum Gespräch und ein anderer Besucher ergänzte: “Chaotisch – Leben entsteht. Das Bild hat eine Lebensfreude und verbindet unruhiges Chaos mit der Ruhe des Himmels.” Wurzeln und Gewürm erblickten andere, verbunden mit wohltuenden und angenehm abgestimmten Farben. Grün bringen wir ganz besonders mit “Leben” in Verbindung, wenngleich pflanzliches und tierisches Leben auch sehr farbenfroh sein kann. So ließ die Assoziation eines Korallenriffs nicht auf sich warten. Ein Korallenriff als Wiege von Lebensvielfalt und – Reichtum. Eine Wiege, die wir Menschen nicht liebevoll schaukeln und wiegen, sondern durch unsere Lebensweise eher bedrohen und vernichten. Im oberen Bildteil erblickten Besucher eine Andeutung der Hände aus dem Bild “Erschaffung Adams” von Michelangelo, in dem Adam seinen linken Zeigefinger ausstreckt, um Gott zu erreichen, so dass ein Lebensfunken überspringen kann.

Pfarrer Eberhard Heuss richtete seinen Blick auf den Aspekt des Perspektivwechsels: Der Blick auf Reichtum und Schönheit der Natur, der Blick von den nahen Bergen hinaus über das Land und den See oder mit Reinhard Mey “über den Wolken…”, das kann unsere Tagesprobleme als klein und unbedeutend erscheinen lassen. So wie in dem Bild mancher erst Chaos und Wirrwarr wahrnimmt, dann aber vielleicht Himmel, Hände oder einen reichen Meeresgrund findet. Eine modern und frei formulierte Fassung zum Psalm 89 von Uwe Seidel, die mit den Worten schließt: “Die Schöpfung spielt dir das Lob der Ewigkeit. Wir klammern uns an deine Treue, die die Himmel überspannt,” gab den Besuchern eine Perspektive voll Hoffnung und Zuversicht mit auf den Weg.

Ulrike Doniés Bilder im Gottesdienst

Am Sonntag, 14.6. fand der erste Kunst-Gottesdienst in St. Stephan in diesem Jahr statt. Wegen der Corona-Sperre konnte nicht früher damit begonnen werden. Nun werden wieder jeden 2. Sonntag eines Monats um 18.30 Uhr die besonderen Abend-Gottesdienste stattfinden, bei denen ein modernes Kunstwerk Anlass zur Meditation und inhaltlichen Auseinandersetzung, aber auch für Gebet und Predigt darstellen wird.

Am 14.6. stand eines der großen Tondi (Rund-Bilder) von Ulrike Donié im Mittelpunkt der Betrachtung zum Grund-Thema SCHÖPFUNG. Pfarrer Heuß lud alle Anwesenden ein, sich während der anschließend gespielten meditativen Orgelmusik von Kantor Pflommer in die Anschauung dieses Bildes zu vertiefen und Gedanken und Gefühle dazu zu erforschen. Anschließend erfragte Kuratorin Uta Weik einzelne Personen, die sich dazu meldeten, nach ihren Eindrücken und Überlegungen. Dabei wurden interessante Positionen und Anregungen genannt und ausgetauscht. Beispielsweise regte die runde Form dieses Gemäldes zu der Vorstellung an, in ein Mikroskop zu schauen und die Entwicklung kleinster Einheiten und Lebensformen in einem Urgewässer zu beobachten. Genauso war es aber auch vorstellbar, in einem Teleskop in die Tiefen des Weltalls zu schauen und die dortigen Strukturen wahrzunehmen. Jede Idee, die von diesem Bild, seinen Strukturen und Farben angeregt wird, hat ihre eigene Gültigkeit. Schon in der Lesung des Psalms 104 aus dem Alten Testament (durch Kirchenvorstand Tilmann Wolf) wurde die Parallele zur Entstehung allen Lebens gezogen. Pfarrer Heuß nahm dann in der Predigt explizit zur Schöpfung und ihrer möglichen Veranschaulichung in diesem Bild Stellung. Er griff auch die zuvor geäußerten Gedanken der Gottesdienst-Besucher auf und spezifizierte sie im Hinblick auf die Größe und Schönheit der Schöpfung und die Verantwortung, die wir für sie haben. Er steigerte unsere besondere Aufgabe zu einem tiefen Dank an den Schöpfer für seine Schöpfung. Rund war dabei nicht nur das betrachtete Bild, sondern auch die stimmig gewählte Orgelmusik von Kantor Pflommer.

Das betrachtete Bild dieses Kunst-Gottesdienstes.

In den folgenden Kunst-Gottesdiensten am 12.7., 9.8., 13.9. und 11.10. wird jeweils ein anderes Bild oder Objekt von Ulrike Donié im Mittelpunkt stehen, um über einen anderen Aspekt des Themas SCHÖPFUNG nachzudenken.

“SCHÖPFUNG”: Eröffnung am 23.5.

Am Samstag, dem 23.5. findet offiziell die Eröffnung der diesjährigen “Kunst in St. Stephan” mit dem Titel “Schöpfung” statt. Die Künstlerin Ulrike Donié und die Verantwortlichen von Kunstverein (Kunstfreunde Lindau e.V.) und Kirchengemeinde werden um 15 Uhr anwesend sein und den interessierten Besuchern (natürlich mit dem vorgeschriebenen Abstand) für Fragen und Erklärungen zur Verfügung stehen (bitte Gesichts-Masken mitbringen)…..