SAVE THE DATE: 11.6. Einladung zur Ausstellung Anna Huxel

Herzliche Einladung

zur Eröffnung
der diesjährigen Ausstellung „ANNA HUXEL – Malerei
vom 11.6. bis 9.10.22
in St. Stephan auf der Insel Lindau

am Samstag, den 11. Juni 2022 um 18.15 Uhr.

Der Kunstverein KUNSTFREUNDE LINDAU e.V. zeigt großformatige, leuchtfarbige Malereien auf Leinwand in Zusammenarbeit mit der GALERIE PEREGRINUS in Scheidegg und der Kirchengemeinde St. Stephan – Christuskirche Lindau.
Die Ausstellung wird vom 11.6. bis zum 9.10. zu den Öffnungszeiten der Kirche im großen Kirchenraum zu sehen sein und durch ihre Hängung spannende Quer- beziehungen im Raum ermöglichen und neue Blickrichtungen eröffnen.

Auch bei den Kunstgottesdiensten dieses Sommers (sonntags um 18.15 Uhr am 12.6., am 14.8. und am 9.10.22 ) werden die Bilder von Anna Huxel Thema der tiefer gehenden Betrachtungen sein.

Die aus Worms stammende Künstlerin, die an der Kunstakademie Stuttgart studiert hat, lebt und arbeitet im Nordschwarzwald.
Informationen zur Künstlerin, ihrer Vita und Arbeit, sowie zu den ausgestellten Bildern entnehmen Sie bitte dem Informations-Flyer.

Die Ausstellungs-Eröffnung wird musikalisch umrahmt von Dekanats-Kantor Burkhard Pflomm.
Die Künstlerin wird persönlich anwesend sein.

Dank an Eberhard Heuss

Eine Ära geht nun leider in Lindau zu Ende: Pfarrer Eberhard Heuss von der Insel-Pfarrei St. Stephan geht Ende des Monats März in Ruhestand und verlässt dann Lindau ganz.

Damit verlieren wir nicht nur einen langjährigen engagierten Unterstützer unseres Kunstvereins. Es geht auch ein besonders kunst- und kultur-affiner Visionär und Liebhaber der Kunst, dem es zu verdanken ist, dass St. Stephan zur “Kunst-Kirche” wurde. Er organisierte, dass seit einigen Jahren unser Kunstverein, die “Kunstfreunde Lindau e.V.”, in Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde, seine jährlichen Ausstellungen zeitgenössischer Kunst in St. Stephan ausrichten darf und damit eine neue Ausstellungs-Heimat hat, seit das Stadtmuseum dafür weggefallen ist. Die Weitsicht und das Engagement von Pfarrer Heuss gab damit auch der Gemeinde St. Stephan einen neuen attraktiven Schwerpunkt: “Kunst in St. Stephan”.  Von diesem sehr speziellen Alleinstellungsmerkmal einer “Kunst-Kirche” profitiert nicht nur die Kunst, die ausgestellten Künstler und der ausstellende Kunstverein, sondern natürlich besonders auch die Kirchengemeinde St. Stephan, die durch den gesteigerten Besuch attraktiver oder auch kontrovers diskutierter zeitgenössischer Ausstellungen zusätzlichen vermehrten Besuch in die Kirche bekommt, auch von dafür speziell anreisenden Touristen. Eine Zählung über einen längeren Zeitraum hat Tausende zusätzlicher täglicher Kirchenbesucher-Touristen in den Sommermonaten gezählt.

Pfarrer Heuss erfand auch im Zusammenhang mit den Ausstellungen das Gottesdienst-Format des “Kunst-Gottesdienstes”, bei dem jeweils ein Kunstwerk oder eine Ausstellung Thema der gedanklichen und diskutierten Auseinandersetzung mit den Gottesdienstbesuchern ist und auch Anlass und Thema der Predigt und der Gebete darstellt. Diese Kunst-Gottesdienste wurden in Zusammenarbeit mit dem Vorstand unseres Kunstvereins monatlich organisiert und durchgeführt. Der letzte, von Pfarrer Heuss geleitete Kunst-Gottesdienst am Sonntag, 13.2. ließ noch einmal die versammelten Gottesdienst-Besucher gemeinsam Gedanken und Erkenntnisse anhand eines Kunstwerks erarbeiten und in einem Zusammenhang mit den Bibelworten, den Gesängen und der Kirchenmusik begreifen. Dieses Gottesdienst-Format soll auch zukünftig weiter durchgeführt werden.

Wir konnten als Kunstverein (und speziell der engere Vorstand) viele Jahre extrem gut mit Eberhard Heuss zusammenarbeiten und sind sehr dankbar dafür, auch für seine Freundschaft. Sein Weggang hinterlässt in jeder Beziehung, kulturell wie menschlich eine riesige Lücke.

Für seinen neuen Lebens-Abschnitt, den er mit seiner Familie in Konstanz verbringen wird, wünschen wir ihm alles erdenklich Gute und auch künstlerisch erfüllte Jahre. Wir hoffen natürlich trotzdem auf viele Begegnungen mit ihm bei Besuchen in Lindau.

 

Sommerausstellung in Planung

Die diesjährige große Kunst-Ausstellung findet, wie in den letzten Jahren, wieder von Juni bis Oktober in St. Stephan auf der Lindauer Insel statt.

Nachdem sich (zunächst eher zufällig) seit 2017 eine Bevorzugung weiblicher Künstlerinnen ergeben hatte, haben wir uns dies nun für einige Zeit einfach zum Auswahl-Prinzip gemacht. Wir zeigen also zum 6. Mal in Folge (2017: Tessa Knapp, 2018: Birgit Feil, 2019: Brigitta Loch, 2020: Ulrike Donié, 2021: Angelika Flaig) weibliche zeitgenössische Kunst mit der Malerei der Künstlerin ANNA HUXEL. Auch dieses Mal handelt es sich wieder um großformatige Malerei. Bei unserer Auswahl haben wir die besonders starkfarbigen, leuchtkräftigen Bilder bevorzugt, da sie besonders viel Fernwirkung haben werden und auch auf Distanz den gesamten großen Raum bespielen können. Die Arbeiten von Anna Huxel entstehen oft aus biblischem Kontext und bewegen sich zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion.

Voraussichtliche Daten der Ausstellung sind: Vernissage am 11. Juni 2022, Ausstellungszeitraum vom 12.6. bis 9.10.2022.

Anna Huxel: Telomerase, 2020, Öl auf Leinwand, 180 x 150 cm.

Abschlussveranstaltung der Ausstellung HIOB

Die Sommerausstellung “HIOB” mit den eindrucksvollen Arbeiten von ANGELIKA FLAIG in St. Stephan ging am Sonntag, 10.10.2021 zu Ende. An diesem Sonntag Abend fand noch einmal inmitten der Bilder von Angelika Flaig der letzte KUNSTGOTTESDIENST in diesem Jahr statt.

Pfarrer Heuss hatte sich zum Abschluss der Ausstellung noch einmal ein Werk der Künstlerin Angelika Flaig zum Anlass genommen, um summarisch die ganze “HIOB”-Ausstellung und das verflossene Jahr zusammenzufassen. Er wählte dafür das Bild „Freude“, das an der Kanzelseite ganz vorne zum Altar hängt.

Pfarrer Heuss stellte den schlimmen Ereignissen des Jahres, wie beispielsweise der Flutkatastrophe im Westen Deutschlands oder anderen vergleichbar schlimmen und plötzlich hereinbrechenden Katastrophen, die fürchterlichen Schicksalsschläge Hiobs gegenüber. Dabei zeigte er die Parallelen auf, wie wenig der Einzelne mit solchen Ereignissen umgehen kann und wie sehr er nach plausiblen Erklärungen dafür sucht. Und wie es Hiob nicht gelang, eine direkte Schuld als Anlass für sein schlimmes Schicksal festzumachen, so wenig können das die Betroffenen heutzutage. Niemand ist direkt nachweisbar und ursächlich schuld an klimabedingten Katastrophen, außer wir alle als derzeit lebende Menschheit, und das ist zu abstrakt und anonym und keiner fühlt sich so recht verantwortlich. Und natürlich muss man zugeben, dass es auch in dem gewählten Beispiel nicht derart schlimm hätte kommen müssen, wären funktionierende Warnsysteme und rechtzeitige Vorkehrungen zum Einsatz gekommen. So haben allerdings menschliches Versagen, Wurschtigkeit und Bürokratie die Lage verschlimmert. Wenn man aber einmal davon absieht, greifen einfache Schuldzuweisungen oder direkte Ursachenverknüpfungen mit dem Handeln Einzelner da nicht. 

Das hatte auch Hiob verstanden. Dieser gottesfürchtige Mann erlag bei allen Vorwürfen von außen nicht der naheliegenden und schnellen Versuchung, mit Gott zu hadern und ihm vorwurfsvoll abzuschwören. Er bleibt trotz aller Widrigkeiten fest in seinem Glauben. Dafür erhielt er schließlich auch den Lohn des späten Glücks, der positiven Wendung all seiner Probleme. So einfach geht das natürlich heute nicht. Wir sind nicht die Protagonisten einer lehrreichen, aber doch eher märchenhaften Erzählung aus dem alten Testament, die schließlich ein gutes Ende nimmt. 

Das kann man heute guten Gewissens keinem versprechen. Aber man kann darauf hinweisen, dass Vorwürfe, negative Deutungen, Verschwörungstheorien und Schuldzuweisungen niemandem in seiner Not nützen, dagegen positive Zuwendung und Hoffnung einem aber aus dunklen Gedanken und tiefen Tälern heraushelfen können. Und dass, wie bei Hiob, eine neue Wendung kommen kann, positive Möglichkeiten bestehen. 

Hier wies Pfarrer Heuss noch einmal auf das ausgewählte Bild von Angelika Flaig hin. Über der dunklen unteren Bildfläche ist eine Gruppierung von Figuren zu sehen, darunter besonders eine helle Frauengestalt mit Harfe. Sie ist einem Zyklus von Kupferstichen aus der Renaissance entnommen, in denen ein Künstler namens „Aldegrever“ die verschiedenen Tugenden in der Personifikation von Frauengestalten dargestellt hat. Angelika Flaig hat absichtlich diese Harfenspielerin zitiert, weil sie einen glücklichen Abschluss des Hiob-Zyklus ausdrücken kann. Es handelt sich nämlich, wie die Inschrift zeigt, um „Gaudium“, die Personifikation der Freude. Bei allen vorausgegangenen Beispielen in den anderen Bildern der Serie, wo Hiob so viel Schlimmes widerfährt, ist hier nun der erhoffte Wendepunkt, der tröstliche Endpunkt des Geschehens und der Ausblick auf Freude und Glück am Ende des Wegs.